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Teure Bodenzerstörung für ein paar Hundert Meter Fussweg!

Brüssel, 23.09.21. Am Wildpark Saarbrücken sollen mehr als 1.600 Quadratmeter Fläche für einen asphaltieren Parkplatz versiegelt werden. Für 450 000 EUR.

„Eine absolut unnötige Flächenversiegelung, die zu einem weiteren Verlust der lebensnotwendigen Ressource Boden führt. Denn direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite gibt es bereits das riesige Uni-Parkhaus – das am Wochenende sogar kostenfrei ist und so gut wie leer steht!“, ärgert sich die Saarländische Europaabgeordnete Manuela Ripa (ÖDP). 

Jetzt soll eine Wiese, die zum Wildpark gehört, geopfert werden. Nutzengewinn: 54 Auto-Stellplätze und einen Bushalteplatz. Auch Fahrradstellplätze sind geplant. Vielleicht wäre das Geld aber erst einmal sinnvoller in einen sicheren Radweg zum Wildpark investiert. Die Umwelt- und Verkehrsverbände fordern das seit Jahren.

Mit dieser Aktion zeigt die Stadt Saarbrücken einmal mehr, dass sie die Zeichen der Zeit nicht erkennt. Klimawandel, Naturkatastrophen, Biodiversitätsverlust... Es muss endlich zukunftsorientiert gedacht und gehandelt werden, anstatt immer nur kurzsichtige, bequeme Lösungen mit mehreren Hunderttausend Euro zu subventionieren.

Das Saarland hat ein massives Bodenversiegelungsproblem – zahlreiche Bürgerinitiativen machen darauf aufmerksam. So auch die des Trägerkreis "Volksinitiative gegen den Flächenfraß im Saarland", welche auf www.vif-saar.de 5.000 Unterschriften bis März 2022 sammelt, damit sich der Saarländische Landtag endlich mit dem Thema Flächenfraß beschäftigen muss.

„Böden sind eine begrenzte Ressource, die Jahrtausende brauchen, um sich zu entwickeln. Gesunde Böden sind die Grundlage unserer Ökosysteme, einer sicheren Lebensmittelversorgung, einem effektiven Klimaschutz und dem Erhalt der Biodiversität. Auch verringern sie die Hochwassergefahr. Dies besonders vor dem Hintergrund, dass es amMeerwiesertalweg, der Zufahrtsstraße zum Wildpark, in der Vergangenheit bereits Überschwemmungen gab. Wann hört das Saarland endlich auf, den Wert des Bodens mit Füßen zu treten“, fragt Manuela Ripa.   

Die eigentliche Ironie aber ist: Für einen Nachmittag, in dem man mehrere Stunden durch den Wildpark läuft, sind ein paar Hundert Meter vom Auto zum Eingang unzumutbar?

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