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Presseerklärung zur Veranstaltung „Grenzen des Wachstums“ mit Prof. Dr. Christian Berg, Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome

Vorsorgeprinzip neu gedacht: der Staat muss den richtigen Rahmen setzen

Brüssel, Montag, 02.05.2022: Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Club of Rome-Berichts „Grenzen des Wachstums“, hat die ÖDP-Europaabgeordnete Manuela Ripa den Vize-Präsidenten der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome, Prof. Dr. Christian Berg, am 26. April zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen. Weit überdurchschnittlich Viele haben an der Online-Veranstaltung teilgenommen und konnten gemeinsam mit Prof. Berg über dieses hochaktuelle Thema diskutieren. 

Unter anderem ging Prof. Berg auf die Frage ein, warum es unserer Gesellschaft noch immer nicht gelungen sei, innerhalb planetarischer Grenzen zu wirtschaften und erörterte die Leitlinien, nach denen wir handeln müssen, um das Prinzip der Nachhaltigkeit endlich in unserer Gesellschaft zu verfestigen. In Prof. Bergs Vortrag kristallisierte sich klar heraus, dass es hierzu einer umfassenden Denk- und Verhaltensveränderung bedarf.

In seinem Vortrag stellte Prof. Dr. Christian Berg unter anderem auch die verschiedenen Ansätze vor, wie man weltweit versucht, die katastrophalen Folgen des Klimawandels abzuwenden. Ein wichtiger Punkt, den er hierbei betonte, war, dass die Wurzel des Unglücklichseins einer Gesellschaft nicht im Level des Wohlstands eines Landes an sich zu finden sei, sondern seien es vor allem die existieren sozialen Ungleichheiten, die zu einer großen Unzufriedenheit in der Gesellschaft führten. In der Politik müsse dies allen Parteien übers gesamte Spektrum klarwerden. Gerade auch die Überbetonung des Leistungsgedankens, der die Menschen miteinander in Wettbewerb und unter großen Druck setze, sei schädlich für die Zufriedenheit der Gesellschaft, befand Prof. Berg. Als Politikerin glaubt auch Frau Ripa, dass im Fällen von politischen Entscheidungen besonders die Förderung des sozialen Zusammenhalts eine prioritäre Rolle spielen müsse.

Daraufhin ging Prof. Berg ausführlich auf das „Verursacherprinzip“ ein. In unserem täglichen Handeln müssen wir Menschen dafür einstehen, wenn wir einem anderen Menschen schaden. Dasselbe Prinzip wenden wir aber bislang nicht für unsere Umwelt an. Dies müsse sich ändern, forderte Prof. Berg, wir müssten unserer Umwelt endlich auch Rechte zugestehen. Wenn wir unserer Umwelt Schaden zufügen, führte Prof. Berg weiter aus, müssten wir auch die Verantwortung dafür übernehmen. Ein gutes Beispiel hierfür sei zum Beispiel die Einführung der CO2-Steuer.

Aus dem Publikum erhielt Prof. Berg viele interessante Fragen und Beiträge.  Unter anderem kam die Frage auf, ob wir Menschen denn überhaupt für die Nachhaltigkeit geschaffen seien oder ob wir nicht damit überfordert seien. Hier lautete Prof. Bergs Fazit, dass der Mensch durchaus damit umgehen könne, nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit zu handeln. Jeder Mensch trage eine Verantwortung - eine Verantwortung, schonend und nachhaltig mit den planetarischen Ressourcen umzugehen. Dennoch müsse ein Mensch in Freiheit leben dürfen, deswegen sei es, so Prof. Berg, die Aufgabe des Staates, den richtigen Rahmen für eine nachhaltige Gesellschaft zu setzen.

Die Europaabgeordnete dankt Prof. Berg für seinen spannenden Vortrag und allen Teilnehmenden für ihr reges Interesse an der Veranstaltung. Die vollständige Veranstaltung kann auf diesem Link nachverfolgt werden: https://www.youtube.com/watch?v=mM2LKdXhgfA&t=56s

Zum Hintergrund: Im Jahr 1972 veröffentlichte der Club of Rome seine aufrüttelnde Studie, die sich mit den Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung, der industriellen (Nahrungsmittelmittel-)Produktion und der Umweltverschmutzung auseinandersetzte und fatale Konsequenzen für unsere Gesellschaft vorhersagte. Mit der Aussicht auf eine stark wachsende Weltbevölkerung, käme auch die Aussicht auf eine Erschöpfung unserer planetarischen Ressourcen, dem Ergebnis der Studie zufolge. Zudem zieht die Studie den Schluss, dass der starke Anstieg der Umweltverschmutzung und das Einbrechen der Industrie zu unausweichlichen, weitreichenden Krisen führen würde. Die Studie ist mehrere Male wissenschaftlich validiert worden. 

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