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ÖDP sieht vollständigen Präsenzunterricht kritisch

Landesregierung provoziert Jojo-Lockdown herbei

(Saarbrücken, 20.05.2020) Die ÖDP Saar hält die Pläne zur Wiederaufnahme des reinen Präsenzunterrichts für riskant und fordert die Rücknahme des Beschlusses.

„Das Land öffnet und schließt nach Lust und Laune“, kritisiert der stellvertretende ÖDP-Landesvorsitzende und Bundestagskandidat Philipp-Noah Groß. „Es ist lange genug klar, dass Unterricht in Vollpräsenz in der Pandemie mit größter Vorsicht zu genießen ist. Das Problem der massenhaften Kontakte in Klassenräumen und Schulbussen hat sich nicht geändert – hier werden weiterhin Infektionsherde hergestellt. Schnelltests reichen aufgrund falsch negativer Ergebnisse nicht, um das auszuschließen. Dadurch wird die Idee einer stabilen Inzidenz unter 100 aufs Spiel gesetzt und eine mögliche Auslösung der Bundesnotbremse in Kauf genommen, die schlimmstenfalls auch eine Fortsetzung des Wechselunterrichts in manchen Landkreisen verhindert“, bemängelt er.

Stattdessen spricht er sich für eine Fortführung des Hybridunterrichts in halber Klassenstärke und ein Recht auf freiwilliges Homeschooling bis zu den Sommerferien aus: „Es ist zu kurz gedacht, dass vollzähliger Präsenzunterricht in dieser Situation unbedingt Lernvorteile bringt. Zwischen Pfingst- und Sommerferien sind nur noch sieben Wochen übrig, die optimal genutzt werden müssen. Zur Aufholung von Lernrückständen muss eine individuelle Förderung der Schüler im Mittelpunkt stehen, was in manchen Situationen leichter mit kleinen Gruppen vor Ort zu organisieren ist.“

„Eine goldene Lösung gibt es nicht, aber am meisten schadet ein Hin und Her, das die Lehrkräfte mit ständigen Planänderungen belastet. Daher muss der Fokus für die nächsten Wochen auf einem möglichst zuverlässigen Angebot liegen, das die Infektionszahlen nicht befeuert. Ein gangbarer Mittelweg wäre, den vollen Präsenzunterricht stattdessen nur in Grundschulen wiederaufzunehmen“, erklärt er abschließend.