Pressemitteilung
EU-Abgeordnete Ripa setzt sich für Erhalt des Saarbrücker Taubenhauses ein
Die saarländische EU-Parlamentarierin Manuela Ripa (ÖDP) plädiert für den Erhalt des Taubenhauses im Parkhaus Lampertshof in Saarbrücken
Manuela Ripa
Saarbrücken. Die saarländische EU-Parlamentarierin Manuela Ripa (ÖDP) hat sich in einem offenen Brief an den Parkhausbetreiber Q-Park GmbH gewandt und für den Erhalt des Taubenhauses im Parkhaus Lampertshof in Saarbrücken plädiert. Hintergrund ist die geplante Sanierung des Parkhauses, im Zuge derer das seit über 20 Jahren bestehende Taubenhaus offenbar abgerissen werden soll.
Auf die Angelegenheit aufmerksam gemacht hatte Ripa nach eigenen Angaben der Stadttaubenverein Saarbrücken. Dass das Thema über den Vereinskreis hinaus auf Resonanz stößt, belegt eine Petition, die inzwischen mehrere tausend Unterstützerinnen und Unterstützer gesammelt hat.
Das Taubenhaus am Lampertshof ist Teil des Saarbrücker Stadttaubenmanagements nach dem sogenannten Augsburger Modell. Dieses setzt auf betreute Taubenschläge, um die Population kontrolliert zu regulieren, die Tiere artgerecht zu versorgen und die Stadthygiene zu verbessern. Derzeit nutzen laut Ripa mehrere hundert Tiere die Anlage.
In ihrem Schreiben warnt die Abgeordnete vor den Folgen einer Entfernung des Taubenhauses. Da Stadttauben Nachkommen verwilderter Haus- und Zuchttauben seien und keine Wildtiere, würde ein Abbau der Anlage tierschutzrechtlich einer Aussetzung gleichkommen. Aufgrund der ausgeprägten Standorttreue der Tiere sei in der Folge ein unkontrollierter Populationsanstieg am bisherigen Standort zu erwarten – mit negativen Auswirkungen auf Stadthygiene und Infektionsschutz.
Ripa appelliert an Q-Park, die Entscheidung zu überdenken und gemeinsam mit der Stadt Saarbrücken sowie den beteiligten Initiativen nach einer Lösung zu suchen, die sowohl den Anforderungen der Sanierung als auch dem Tierschutz gerecht werde. Den Erhalt des Taubenhauses wertet sie zudem als mögliches Signal für das Nachhaltigkeitsengagement des Unternehmens.
Die EU-Abgeordnete, die im Europäischen Parlament als Vizepräsidentin der Tierschutzgruppe tätig ist, verweist in diesem Zusammenhang auch auf ihr europapolitisches Engagement: Sie habe einen Antrag für ein Pilotprojekt zur Unterstützung von Kommunen im Umgang mit Stadttieren eingereicht, das unter anderem betreute Taubenschläge als praxistaugliches Modell fördern soll.
