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Zum Weltwassertag – Ein kritischer Blick auf saarländisches Gewässer

Der Weltwassertag rückt auch das saarländische Gewässer in den Vordergrund. Besonders mit Blick auf die Wasserrahmenrichtlinie erwartet die EU-Abgeordnete Manuela Ripa mehr Transparenz und die Einführung einer weiteren Reinigungsstufe bei den saarländischen Kläranlagen.

Die Vereinten Nationen (UN) haben den 22. März zum Internationalen Weltwassertag auserkoren, um den Menschen das Thema Wasser und die notwendigen Maßnahmen für den Wasserschutz nahezubringen. In den Augen der saarländischen Europaabgeordneten Manuela Ripa (ÖDP) ist dies ein Anlass, auf den Wasserzustand im Saarland hinzuweisen, denn „gerade ein Bundesland wie das Saarland, das so dicht besiedelt und durch viele kleine Gewässer durchzogen ist, ist immenser Belastung durch den Zufluss von Klärwasser ausgesetzt. Was noch deutlicher wird, wenn man bedenkt, dass viele Bäche zum absoluten Großteil durch Klärwasser gespeist werden.“

Im Dezember 2000 setzte die Europäische Gemeinschaft die Richtlinie 2000/60/EG, kurz Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), in Kraft, welche bis zum Jahr 2027 auf einen guten ökologischen und chemischen Zustand der europäischen Gewässer abzielt. „Die Wasserrahmenrichtlinie stellt einen Ordnungsrahmen für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik dar, für deren Umsetzung die Länder verantwortlich sind. Und ich sehe im Saarland dringenden Handlungsbedarf. Denn Studien belegen, dass die Mikroverunreinigung in den saarländischen Gewässern bedenklich ist. Die saarländischen Oberflächengewässer müssen vor Stoffen wie bspw. Pestiziden, Weichmacher oder Arzneimittel-Rückständen geschützt werden. Wir wissen heute, dass bei sinkenden Grundwasserpegeln diese Stoffe auch in unser Trinkwasser gelangen können“, appelliert die EU-Abgeordnete.

Bis zum 22. Juli können SaarländerInnen Einfluss auf den 3. Bewirtschaftungsplan der Wasserrahmenrichtlinie nehmen. Doch hierfür vermisst Manuela Ripa die entsprechende Transparenz seitens der Landesregierung: „Das Umweltministerium muss endlich die seit Jahren vorliegende Studie zur Untersuchung von Mikroverunreinigungen im Einzugsgebiet Theel/Ill vollständig veröffentlichen. Bis heute steht die Veröffentlichung des Begleittextes der Studie aus, welcher besonders für die BürgerInnen immens wichtig ist, um die Untersuchungsergebnisse zu verstehen. Durch diese Vorenthaltung wichtiger Informationen wird gerade mit Blick auf den 3. Bewirtschaftungsplan verhindert, den SaarländerInnen Einblick in den tatsächlichen Wasserzustand zu gewähren. Außerdem brauchen wir dringend eine vierte Reinigungsstufe im Saarland. Nur so können wir unsere Umwelt und die Kleinstlebewesen in unseren Gewässern vor Mikroverunreinigungen schützen und so eine Artenvielfalt ermöglichen. Es freut mich zu hören, dass der designierte Geschäftsführer des Entsorgungsverband Saar (EVS), Stefan Kunz, angekündigt hat, die Einführung der vierten Reinigungsstufe für Kläranlagen in Angriff zu nehmen. Ich nehme ihn dabei beim Wort.“