Hochwaldbahn - ÖDP fordert Rückbaustopp

(Saarbrücken 04.02.2020) Die ÖDP Saar hält die Vernichtung der Hochwaldbahn für verantwortungslos. Sie schließt sich der Kritik der Bahnbefürworter vor Ort an: „Es ist völlig offensichtlich, dass der Bahnrückbau nicht für einen Radweg nötig ist.“ Neue Brücken seien zum Beispiel nur vereinzelt nötig, wenn man ihn neben der Bahnstrecke baut. Zudem gehe touristischer Wert für den Radweg verloren, wenn die alte Bahnstrecke entfernt wird.

Gleichzeitig sieht die ÖDP aber Potenzial über einen touristischen Bahnbetrieb hinaus. Eine Neubaustrecke Hermeskeil-Trier könne vielen Orten im Nordsaarland eine schnelle Direktverbindung nach Trier bieten und zum öffentlichen Nahverkehr in der Stadt beitragen. Von Trier aus sind die Mosel- und Eifelstrecken sowie Luxemburg und Teile von Frankreich und Belgien erreichbar; sogar nach Brüssel kann das die schnellste und günstige Verbindung sein. Für die Anwohner der Hochwaldbahn und der Nahestrecke ist eine derartige Anbindung nur über die Hochwaldbahn möglich.

Auch eine Wiederaufnahme des Intercity-Betriebs zwischen Luxemburg und Frankfurt (Main) kann durch eine Neubaustrecke im Hochwald zustande kommen, wie vor einigen Wochen vom Trierer Bundestagsabgeordneten Andreas Steier vorgeschlagen. Durch weitere Ausbaumaßnahmen, z. B. höhere Geschwindigkeit auf manchen Teilstrecken und durchgängige Elektrifizierung, sind Fahrzeiten von etwa zweieinhalb Stunden zwischen Luxemburg und Frankfurt mit Halt nahe der saarländischen
Grenze denkbar.

Die Neubaustrecke Hermeskeil-Trier würde zudem Perspektiven für Regionalbahnen auf der Hunsrückquerbahn schaffen, die unter anderem über Hahn und Simmern führt. Auch der Güterbahnverkehr kann nur den nötigen Zuwachs verzeichnen, wenn ein zusammenhängendes Schienennetz zur Verfügung steht.

Eine kurzfristige Kosten-Nutzen-Untersuchung reicht niemals, um einen künftigen Nutzen auszuschließen. Die Neubaustrecke kann zum Beispiel auch zur Reduktion der Kosten eingleisig gebaut werden, wenn keine enge Taktung der Züge zu erwarten ist.

Die ÖDP Saar fordert die Landesregierung dringend auf, diese Chancen zu sichern und die zuletzt erteilte Rückbaugenehmigung wieder zurückzunehmen. Die Erhaltung der Infrastruktur muss Vorrang vor den Interessen einiger Kommunalpolitiker und dem Aufbau von Prestigeprojekten haben!


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